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Letzte Woche, am Ende des Abends, bin ich zufällig zwischen einem Swimming Pool und einem Herren in Samtsakko und Weste zu stehen gekommen. Er hat mich gefragt, wie es mir in LA gefällt und ich habe geantwortet: “Besser als beim ersten Mal.“ Dann ist der andere Herr mit der grünen Krawatte zurückgekommen (ich glaube es war auch ein Pferd involviert) und hat sich verabschiedet. Stunden vorher hat er mir seine Management Strategie erklärt, die besagt, dass ein erfolgreicher Businessmensch seine Mitarbeiterinnen und Kundschaft behandeln soll, wie eine Gärtnerin ihre Pflanzen liebt. Dann arbeiten die Untergebenen brav und die Kundschaft bleibt erhalten, wie bei seiner Firma. Er will sein Buch „Garden of Delight“ nennen, nach dem Garten in Akko. Später, beim Einschlafen, habe ich mich gefragt, was Max Weber wohl machen würde mit diesen Baha’i. Mir zumindest kommen sie Ppotestantischer vor als die Protestanten.

Mittlerweile komme ich ja eigentlich lieber an Orte zurück als sie mir das erste Mal aneignen zu müssen. Und so sitze ich also wieder im 4. Stock in der Charles Young Research Library. Ich höre weiterhin Stromae und Robyn, neuerdings aber auch Blank Space von Taylor Swift. Ich glaube, so erzieht der kleine Bruder den großen (über den unwahrscheinlichen Umweg von NPR). Ich war genau eine Stunde in Europa (Istanbul um genau zu sein, wahrscheinlich die europäischste Stadt auf diesem Planeten) und froh, dass ich meinen Weiterflug nach Boston gerade noch geschafft habe, am Weg von Kathmandu nach Kentucky, wegen der Arbeit. In Boston war dann aber Endstation wegen Schneesturm in Carolina und ich bin erst zu Mittag in Lexington, KY angekommen statt um Mitternacht. Das war Donnerstag, am Sonntag bin ich nach LA weitergeflogen. Irgendwo über South Dakota konnte ich mir nicht helfen, beim Anblick einer Landschaft, die unendlich gerade Straßen in Riesenquadrate zerschnitten haben und musste denken: So schaut also ein frisch gestohlener Kontinent aus.

Seither hat sich mein Leben sehr erfreulich entwickelt. Mit Domenico war ich im Meer und beim persischen Promill des einen Prozents in Brentwood. Dort habe ich die beiden Herren vom Anfang getroffen. Noch besser ist aber, dass mich Subah in ihre Vorstadt-Idylle von Cheviot Hills hinein reklamiert hat (sie wohnt ja selber nur vorübergehend hier bei Julia) und ich jetzt für die nächsten sechs Wochen in LA praktisch so wohne, wie vorletztes Jahr in Oxford, nur mit mehr Garten und reicheren Nachbarn. Und ohne Ivan, aber man kann ja nicht alles haben, sagen sie. I respectfully disagree.

Am Sonntag sind Julias Nachbarn auf ein Glas Wein vorbeigekommen. Und Peter hat erzählt, sein Gärtner wird den Vorgarten umgestalten, sie haben schon alles ausgemacht. Der Rasen kommt weg, dafür bekommt er 3500$ Subvention von der Stadt. Wenn es so weitergeht, sagen sie, geht LA nächstes Jahr das Wasser aus. Das hätte ich meinen Business-Guru noch fragen sollen: Wie schaut der dessert garden auf delight aus?

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